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Darmstädter Echo, 16.11.2011 Zweiter Bildungsweg als Grundlage für beruflichen Aufstieg Seit Gründung des Abendgymnasiums Darmstadt im Jahr 1955 – zunächst in Trägerschaft eines Vereins, seit 1963 unter Schulträgerschaft der Stadt – haben sich ungefähr 4500 Erwachsene die Hochschulzugangsberechtigung erworben, entweder mit Fachhochschulreife oder mit Abitur. „Damit haben wir auch einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung und Prosperität in der Region geleistet“, sagt Werner Reith. Der Schulleiter verweist auf die seit Jahren beständig gute Abschlussquote. Mit 101 Studierenden hat der siebensemestrige, Anfang Dezember endende Bildungsgang begonnen; 46 von ihnen haben mit der Fachhochschulreife abgeschlossen. Bestehen alle 29 Abiturprüflinge, hätten 75 die Zugangsberechtigung für die Hochschule erworben. Auch insofern kommt dem heute beginnenden Bundeskongress des Bundesrings der Abendgymnasien im westfälischen Münster große Bedeutung zu. Reith, Landesringsprecher der hessischen Abendschulen und stellvertretender Vorsitzender des Bundesrings, erläutert, dass im Schuljahr 2009/10 in Deutschland knapp 60 000 Erwachsene Abendschulen und Kollegs besuchten. In der „Münsteraner Erklärung“ heißt es, angesichts der Aufstiegsmöglichkeiten und der gesellschaftlichen Teilhabe, die sich auf dem zweiten Bildungsweg ergeben, dürften die Bildungsausgaben trotz der Engpässe in den öffentlichen Haushalten nicht gekürzt werden. „Die zunehmend prekäre finanzielle Lage vieler Studierenden erfordert weiterhin den beitrags- und gebührenfreien Besuch der Einrichtungen der Abendschulen.“ Wünschenswert wäre eine Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) in der gesamten Qualifikationsphase (zwei Jahre) – auch wegen der wachsenden Anzahl von Menschen mit Migrationshintergrund in diesem Bildungsweg. Auf die aktuellen gesellschaftlichen und bildungspolitischen Entwicklungsprozesse und Strukturveränderungen (Stichworte: Bildungsstandards, Regionalisierung der Weiterbildung) müssten die Abendschulen „zur Erfüllung ihres Bildungsauftrages“ reagieren. Die Einrichtungen des zweiten Bildungswegs (auch Abendreal- und Abendhauptschulen) hätten eine wichtige und unverzichtbare Funktion für den berufsbegleitenden Erwerb schulischer Abschlüsse. |
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